Kreativpark Gründerzentrum Freiburg

Kreativpark Gründerzentrum Freiburg

Die Lokhalle

Das Projekt Kreativpark Freiburg befindet sich in der ehemaligen Bahnbetriebswagenwerkhalle der Deutschen Bahn, welche ursprünglich in den Jahren 1905 bis 1907 erbaut wurde. Die sogenannte Lokhalle ist laut Denkmalliste des Landes Baden-Württemberg „sicher das bedeutendste Beispiel von Industriearchitektur aus der Zeit der Jahrhundertwende in Freiburg“. Die Halle diente früher der Wartung der Bahnzüge und beherbergte in den 80er Jahren z. B. den Orientexpress, welcher hier aufwendig saniert wurde. Seit 2011 befindet sich das Kulturdenkmal in privater Hand und wird Stück für Stück revitalisiert und einer neuen Nutzung zugeführt. Im Mittelschiff der Lokhalle entstand so der Kreativpark mit der Nutzung für Existenzgründer und Startup-Unternehmen.

Die Idee

Der Entwurf des Kreativparkes nutzt den industriellen Charme der bestehenden Halle und setzt diese durch das Einfügen von neuen, gebrauchten und wiederverwerteten Bauteilen in einen neuen Kontext und unterstützt somit die im Gebäude beheimatete Kreativwirtschaft. Die einzelnen Räume wurden als flexible Büros mit Kommunikationsbereichen, Flexdesk- und Fixdesknutzung, Meetingräumen, Gemeinschaftsküchen, Vortragsflächen und Aufenthaltsräumen entworfen, alles unter dem gemeinsamen Dach der Lokhalle um ein ideales Klima für die Ideenentwicklung und den Ideenaustausch der Nutzer zu fördern.

Das Konzept

Das Flächenprogramm wurde durch den Einbau von zwei unterschiedlichen Konstruktionstypen gelöst. Seitlich eingebaute Brandwände mit angrenzenden Büro- und Gemeinschaftsräumen, raumhohen Glasflächen und durchgehend davor verlaufenden Galeriegängen entlang des Mittelschiffes der Lokhalle aus Mauerwerk, Stahlbeton, Holz und Sichtestrich öffnen diese Seitenflügel zum Innenbereich der Halle und erzeugen variable Bereiche, die den jeweiligen Bedürfnissen der Nutzer flexibel angepasst werden können.

Die Seitenflügel bilden den Rahmen für die in den Raum eingestellten Seecontainer. Die Container wurden aus vier übergeordneten Baukörpern hergestellt, welche im Erdgeschoss aus gegeneinander verschobenen 20-Zollcontainer Durchgänge und Sichtachsen und im Obergeschoss durch auskragende 40-Zoll Container Terrassen und Balkone ausbilden. Durch das Einfügen von drei räumlichen Großbereichen wurde die Halle in grobe Zonen eingeteilt. Der großzügige Eingang mit Kiosk, Briefkastenanlage und neuer, zentraler Zugangstüre bildet die Empfangszone. Die zentral gelegen Zone bildet mit den zusätzlichen Treppenaufgängen zu den Galerien eine einem Marktplatz ähnlichen Fläche im Mittelteil der Halle. Auf der dem Eingang gegenüberliegenden Hallenseite ist eine Veranstaltungs- und Vortragsfläche entstanden. Mit der Verdrehung der Stahlcontainer und der unterschiedlichen Öffnungsgestaltung der Container bildet sich faktisch eine eigenständige Stadt mit kleinen verwinkelten Gassen, Straßen, Wegen und Plätzen. Die Mittelgasse bildet dabei das Rückgrat der Fußwegeverbindung, während die seitlichen Verkehrsflächen eine eher private Atmosphäre erzeugen. Die Lage der Verkehrsflächen führt zu der unterschiedlichen Gestaltung der Container mit kleinteiligen Fensteröffnungen zur Mitte und großflächigen Verglasungen zu den Seitenflügeln.Verbindungsstege aus recycelten Stahlkonstruktionen wurden mit Gitterrosten belegt, welche die einzelnen Gebäudeteile auch auf der oberen Ebene verbinden und dennoch im Erdgeschoss für angenehme Tageslichtverhältnisse sorgen.

Eigentlich fehlt zur perfekten Arbeitsumgebung nur noch das berühmte „Freiburger Bächle“.